Gewächshaus bepflanzen

Gewächshaus bepflanzen

Nachtfrost, Eisheilige … irgendwann hält passionierte Gärtner nichts mehr zurück. Wer noch kein Gewächshaus im Garten hat, stellt jetzt eins auf. Gleichzeitig stellt sich die Frage: Was, wann und wie das Gewächshaus bepflanzen? Gurken, Tomaten, Paprika, Zucchini, Auberginen, Salat, Kohlrabi, Radieschen und Gemüse – nach Lust und Laune?

Warum nicht?

Theoretisch kann unter künstlichem Licht im beheizten Gewächshaus immer alles gepflanzt werden. Ob es praktisch und ökologisch Sinn macht, die Natur um jeden Preis zu kopieren, steht auf einem anderen Blatt.

Das unbeheizte Kalt-Gewächshaus kann frühestens Mitte April bepflanzt werden, wenn die Nacht-Temperaturen nicht unter 3 °C fallen. Unempfindliche Sorten wie Salat, Kohlrabi, Radieschen, Gemüse oder Pelargonie vertragen einen leichten Frosthauch und gedeihen besonders üppig durch die Kälteschock-Abhärtung.

Deutlicher Zeitgewinn

Wer es sehr eilig hat, frostempfindliche Pflanzen ins Gewächshaus zu bekommen, hat zwei Möglichkeiten: entweder durch Vorziehen der Pflänzchen im beheizten Kalt-Gewächshaus oder im Mini Gewächshaus auf der hellen Fensterbank.

Das beheizte Kalt-Gewächshaus ermöglicht das Auspflanzen, auch wenn ab und zu noch Nachtfröste zu befürchten sind. Bereits Mitte Februar sind die Tagestemperaturen bei Sonnenschein im Gewächshaus angenehm warm. Plötzlichen Temperaturabfall verhindert ein Heizlüfter mit Thermostat. Temperaturen zwischen 2° und 12 °C schaffen für die Anzucht von Gurken, Tomaten, Paprika, Zucchini und Auberginen einen Zeitgewinn von bis zu sechs Wochen und ermöglichen eine frühere und längere Ernte.

Eine Alternative um möglichst früh aussäen zu können bieten auch Mini Gewächshäuser oder Zimmergewächshäuser. Mit ihrer Hilfe werden auf einer hellen Fensterbank die gewünschten Pflanzen vorgezogen und kommen dann später, nach Bildung der ersten Blätter ins beheizte Kalt-Gewächshaus. Das spart Heizkosten im Kalt-Gewächshaus während der Vorkultur.
Gieß-Tipp: Jungpflanzen immer mit angewärmtem Wasser gießen.

Boden prüfen, vorbereiten und verbessern

Wie im Freiland wird auch der Boden im Gewächshaus geprüft und auf die Aussaat von Pflanzen wie Tomaten, Gurken und Paprika vorbereitet. Zuerst werden Unkräuter entfernt, dann der Boden aufgelockert und Komposterde eingearbeitet. Die Erde sollte locker, luftig und keimfrei sein.

Extra-Tipp: Keimfreie Gewächshaus-Erde selbst gemischt
Abgelagerten Kompost fein sieben. Anschließend die Erde in einen alten Kochtopf füllen und mit geschlossenem Deckel im Backofen bei 120 °C etwa 30 Minuten erhitzen. Abgekühlte Erde zu gleichen Teilen mit feinem Sand mischen. Die Zugabe feiner Tonerde oder Lehm erhöht die Wasser-Speicherfähigkeit. Abschließend die keimfreie Erde mit Wasser befeuchten.

Pflanzenauswahl

Entscheidend bei der Pflanzen-Auswahl ist die Gewächshaus Größe und die persönliche Pflanzen-Wunschliste. Zu den Favoriten im Gewächshaus gehören vor allem Gurken, Tomaten, Paprika, Radieschen und diverse Salat- und Blumen-Sorten.

Auch wenn sie sich alle bestens zum Gewächshaus bepflanzen eignen, hat jede Pflanze unterschiedliche Pflegebedürfnisse.

Tomaten bevorzugen Wärme und Feuchtigkeit im Wurzelbereich. Nässe an Blätter, Stängel und Früchten macht sie krank. Gurken dagegen lieben Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit an Frucht und Blätter, während Paprika anspruchslos und pflegeleicht sind.

Für alle Pflanzen gleich wichtig im Gewächshaus ist eine regelmäßige, ausreichende Belüftung um Hitzestau und Kondenswasser zu vermeiden und eine Bestäubung zu ermöglichen.

Im Gewächshaus sind die Pflanzen optimal vor Regen und Kälte geschützt. Das Treibhausklima ermöglicht eine frühere und verlängerte Ernte. Ideale Wachstumsbedingungen unterstützen die Frucht-Qualität.

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